Individualität fördern

„Welcome home“ ist ein räumliches Versprechen. Wir brauchen flexible Räume, die den Bedürfnissen der Bewohner folgen, nicht umgekehrt.

Als Startrampe in einer neuen Stadt oder Ausdruck eines globalen, urbanen Lebensstils wird sich Co-Living für bestimmte Lebenssituationen etablieren. Welche Räume braucht es hierfür?

„Co-Living ist keine Startrampe für einen neuen Lebensstil. Es ist eine zeitgenössische gemeinschaftliche Wohnform. Diese benötigt differenzierte Wohntypologien mit gemeinschaftlichen und privaten Wohnräumen. Wünschenswert sind auch gemeinschaftliche Nutzungen, die über das Spektrum des normalen Wohnens hinausgehen, den Wohnalltag ergänzen (Sauna, Schwimmbad, Restaurant, Kinderspielräume, Arbeitsräume, Gästezimmer etc.) und wo immer möglich und sinnvoll auch von Bewohnern des Quartiers genutzt werden können.“

Ilka Ruby

„Ich bin skeptisch, ob sich neue Formen des Co-Living tatsächlich dauerhaft als Ausdruck eines bestimmten Lebensstils oder bestimmter Lebenssituationen etablieren werden. Im Moment scheint dies eher der Lebensstil einer kreativen und/oder digitalen Elite, der Wunsch der Kreativwirtschaft und der Industrie zu sein.“

Markus Frenzl

„Co-Living benötigt baulich:
offene Raumstrukturen, die spontane Begegnungen/Interaktionen fördern, funktionale Gemeinschaftsräume, Gemeinschaftsküche mit Aufenthaltsqualität, Rückzugsmöglichkeiten für Gruppen und begrenzte WG-Größen (ca. 6 Personen).“

Moritz Fedkenheuer

„Es braucht Räume der Durchmischung bis zur 10er-WG.
Es braucht einen Raum des Ankommens, sowohl physisch, als auch sozial. Stichwort: Niederschwelligkeit.“

Stefan Breit

„Aus unserer Sicht ist es fraglich, ob sich ähnliche Anforderungen weltweit in gleiche räumliche Konzepte übersetzen lassen. Auch gleiche Nutzungen sollten auf den spezifischen Kontext, das Klima und die Kultur reagieren.“

Hans Drexler

„Co-Living braucht Räume für Rückzug, Räume für Gemeinschaft, Flexibilität und Möglichkeiten der Aneignung, Möglichkeiten der Personalisierung sowie eine identitätsstiftende Gestaltung.“

Johanna Meyer-Grohbrügge

2019-12-17T09:58:57+00:00