Creative use of space

Experimentelles Wohnlabor: Bauliche, soziale und kulturelle Experimente lassen Grenzen verschieben – zugunsten eines Mehrwerts für alle. Raum wird zur Verhandlungssache.

Wie prägen Bewohner eine Gemeinschaft? Wie kann Vernetzung stattfinden? Wie definiert sich Privatraum in Zukunft? Architekturstudenten der TU München haben sich mit temporären Gemeinschaftswohnformen auseinandergesetzt. Entstanden sind entschlossene Entwürfe, die die Diskussion um das urbane Wohnen weiter vorantreiben.

Radikal, experimentell, teils provokant und auf alle Fälle schmerzlich an unseren bisherigen Wohngewohnheiten und -bedürfnissen rüttelnd sind die Entwürfe einer Studentengruppe der Architekturfakultät der TU München. Unter dem Titel »Urban Living Concepts – history and future of collaborative living« haben die Studenten unter der Leitung von Philipp Lionel Molter der Professur für Entwerfen und Gebäudehülle radikal neue Ansätze im Umgang mit Wohnen entwickelt. Die Abstufungen von Gemeinschaft und Privatsphäre werden dabei teils bis an ihre – aus unserer heutigen Perspektive – maximale Toleranzgrenze verschoben. Vermutlich sind die internationalen Studenten – viele davon selbst sogenannte urbane Nomaden – in ihrer Denke und ihren Erfahrungen mit temporären Wohnformen bereits schon einen Schritt voraus.

Zielsetzung der Semesterentwürfe war es, alternative Wohnformen zu schaffen, die ein Gegenkonzept zur urbanen Anonymität kreieren und deren Bewohner – Singles, Paare, Familien und ältere Menschen – auf Zeit zu einer echten Gemeinschaft werden. Dabei lag die Prämisse zugrunde, gleichermaßen einen Betrag dazu zu leisten, kostengünstige Wohnkonzepte mit einem reduzierten Pro-Kopf-Quadratmeterverbrauch zu entwickelt, sowie komfortable und lebenswerte Wohnbedingungen für die stetig wachsende Zielgruppe der urbanen Nomaden zu schaffen. Die Idee basiert auf einer Minimierung des privaten Raums durch gemeinschaftlich genutzte Flächen, die einen Mehrwert für alle Bewohner schaffen. Die moderne Arbeitswelt fordert immer mehr Flexibilität – nicht nur Singles, auch Familien und ältere Menschen stehen immer wieder vor der Herausforderung an einem neuen Ort, vielleicht auch nur für eine begrenzte Zeit, Fuß zu fassen. Welche Räume sind dafür erforderlich – baulich und virtuell? Die konzeptionellen Entwürfe zum Tema Shared Living wurden Anfang Februar im Rahmen einer öffentlichen Semesterkritik von den Studenten präsentiert und im Anschluss von Oke Hauser, MINI LIVING, Eva Becker, URBAN-X, Mark Stabel, UnternehmerTUM und Jakob Schoof, DETAIL, und Philipp Molter diskutiert.

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2019-12-17T09:34:08+00:00